Blueprint - das Buch Essay

Günter Lange

Charlotte Kerner, Blueprint. Blaupause.
Ein jugendliterarischer Adoleszenzroman in der Sciencefiction-Welt

1 Zur Autorin

Auf der Frankfurter Buchmesse 2000 erhielt Charlotte Kerner für ihren Jugendroman Blueprint den Deutschen Jugendliteraturpreis. In der Preisbegründung heißt es:

Blaupausen von Menschen – gibt es die? Wird es sie jemals geben? In dem brisant aktuellen Buch von Charlotte Kerner sind zwei Menschen, Mutter und Tochter, unheilvoll miteinander verbunden. Siri ist ein geklontes Abbild ihrer Mutter Iris – und doch ist sie eine eigenständige Person, die um ihre Identität ringt. Ihre Jugend ist gekennzeichnet von innerer Zerrissenheit. Das genetische Programm verpflichtet sie, Künstlerin zu werden wie die Mutter, aber gleichzeitig rebelliert sie gegen Abhängigkeit und Verwechselbarkeit. (JuLit 2000, H. 4, S. 12)

Charlotte Kerner hat sich seit 1980, als sie das Schreiben zu ihrem Hauptberuf machte, in der Kinder-und-Jugendliteratur und als Wissenschaftsjournalistin einen Namen gemacht. Ihr besonderes Interesse galt und gilt vor allem medizinischen Themen, worüber sie u.a. in GEO, EMMA oder „DIE ZEIT“ häufig publiziert. Als Jugendbuchautorin widmete sie sich vornehmlich den Biographien berühmter Frauen: Lise Meitner (1986), Maria Sibylla Merian (1988) und Hildegard von Bingen (1993).

In ihrem ersten fiktionalen Jugendbuch Geboren 1999 (1989) setzt sich Charlotte Kerner mit der Fortpflanzungsmedizin auseinander: Ein 16-Jähriger, der im IVF-Verfahren gezeugt und ektogenetisch in einem künstlichen Uterus ausgetragen worden ist, sucht nach seiner Identität. Das Jugendbuch erschien 1989 und liegt seit 1995 in einer Taschenbuchausgabe vor. Die Autorin nennt diesen Jugendroman im Untertitel „Eine Zukunftsgeschichte“.

Blueprint (1999) greift eine sehr ähnliche Thematik auf, nämlich das „Klonen“ von Menschen: Die berühmte Pianistin Iris Sellin lässt sich klonen, da sie an MS leidet und ihre Begabung unbedingt erhalten und weitervererben will. In dem Jugendroman erzählt Siri, der „Tochterzwilling“, der wie Karl in Geboren 1999 auf der Suche nach der eigenen Identität ist, ihre Lebens- und Leidensgeschichte. Auch dieses Jugendbuch ist eine „Zukunftsgeschichte“. In ihrem „Nachwort der Autorin“ schreibt Charlotte Kerner:

Blueprint ist keine Fortsetzung von Geboren 1999, trotzdem haben beide Bücher etwas gemeinsam: Sie erzählen, was die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse für einen einzelnen Menschen bedeuten kann, was „Fortschritt“ mit und in jemandem anrichtet. (Kerner 1999, S. 180)


2 Zur Gattungsfrage und Thematik

Der Inhalt des Jugendromans und das Nachwort der Autorin machen deutlich, dass es sich bei Blueprint um einen Sciencefiction-Roman handelt. Das Klonen von Menschen ist seit 1991 in Deutschland durch das „Gesetz zum Schutz von Embryonen“ verboten, weil es „in besonders krasser Weise gegen die Menschenwürde verstößt“. Andererseits ist es in der Tierzucht seit den siebziger Jahren durchaus üblich. Dieses Embryo-Splitting schafft künstliche Mehrlinge, da jede Zelle noch „allmächtig“ ist, d.h. sie teilt sich weiter und entwickelt sich zu einem gesunden Tier. Im Oktober 1993, so Charlotte Kerner in ihrem Nachwort „Was kann die Wissenschaft“ (S. 182f.), bewiesen zwei amerikanische Forscher, dass sich auch menschliche Embryonen mit Hilfe mikrochirurgischer Methoden teilen ließen und entwicklungsfähig waren. Allerdings wurden auf diese Weise keine lebenden Zwillinge erzeugt. Das zeitversetzte Klonen wurde 1996 beim Schaf „Dolly“ praktiziert: Forscher verpflanzten die Erbinformationen eines 6-jährigen Schafes in eine „leere“, entkernte Eizelle und ließen diese im Uterus eines Leihmutterschafes austragen. Inzwischen sind diese Verfahren optimiert worden, so dass selbst das Klonen von Klonen von Klonen möglich geworden ist.

Charlotte Kerner macht in ihrem Nachwort klar, dass das in ihrem Jugendroman vorgestellte Verfahren des Klonens von Menschen noch nicht möglich ist, da eine vollständige Kartierung aller menschlichen Gene und die Entschlüsselung ihrer genauen Angaben und ihres Zusammenwirkens noch nicht gelungen sei; dass Wissenschaftler dieser Erkenntnis aber wohl unmittelbar auf der Spur sind, ist durch verschiedene Pressemeldungen im Januar 2001 über die Erforschung des menschlichen Erbgutes ins öffentliche Bewusstsein gedrungen.

Die hier beschriebene Thematik des Jugendbuchs ist typisch für die Literaturgattung „Sciencefiction“. Suerbaum definiert sie so:

Die Gattung Science Fiction ist die Gesamtheit jener fiktiven Geschichten, in denen Zustände und Handlungen geschildert werden, die unter gegenwärtigen Verhältnissen nicht möglich und daher nicht glaubhaft darstellbar wären, weil sie Veränderungen und Entwicklungen der Wissenschaft, der Technik, der politischen und gesellschaftlichen Strukturen oder gar des Menschen selbst voraussetzen. Die Geschichten spielen in der Regel, aber nicht mit Notwendigkeit, in der Zukunft. (Suerbaum 1981, S. 10)

Auf Grund dieser Defintion gehört Blueprint eindeutig zur Sciencefiction-Literatur; auf Grund seines Inhalts muss das Buch aber auch in die Gattung „Adoleszenzroman“ eingeordnet werden. Die Bezeichnung Adoleszenzroman ist ein relativ neuer Gattungsbegriff, der erst seit Ende der 80er Jahre in der Forschung zur Kinder- und Jugendliteratur (KJL) Verwendung findet und sich erst Anfang der 90er Jahre durchgesetzt hat. (Vgl. Ewers 1989 und 1991) Der Begriff ist in Anlehnung an die angloamerikanische Gattungsbezeichnung „adolescent novel“ gebildet worden und findet gegenwärtig hauptsächlich Anwendung auf Romane und Novellen des 20. Jahrhunderts, die sich mit dem Erwachsenwerden beschäftigen. Allerdings gibt es auch schon in früheren Epochen literarische Texte zu dieser Thematik; so kann man z.B. auf Goethes Werther und Anton Reiser von Karl Philipp Moritz ebenfalls diese neue Gattungsbezeichnung anwenden. (Vgl. Lange 1997, S. 1 und 2000, S. 2)

Thematisch handelt der Adoleszenzroman von den Problemen des Erwachsenwerdens; dabei ist er aber nicht auf einzelne Aspekte dieses Prozesses begrenzt, sondern nimmt für sich in Anspruch, diese Lebensphase möglichst umfassend darzustellen. Beschrieben wird die existentielle Erschütterung, die tiefgreifende Identitätskrise des Jugendlichen, der auf der Suche nach einem eigenen Weg in der Gesellschaft und zu sich selbst ist. Ein Scheitern des Jugendlichen auf dem Wege zum Erwachsenwerden gehört durchaus zu seinem Themenspektrum.

Nach dieser Gattungsbeschreibung ist Blueprint also auch ein Adoleszenzroman. Im Zentrum dieses Jugendbuchs steht die Suche Siris nach ihrer Identität. Sie wird von der Tatsache, dass sie ein Klon ihrer Mutter ist, geradezu erdrückt, denn beide sind nicht nur Mutter und Kind, sondern zugleich auch eineiige Zwillinge, also „Mutterzwillinge“. Siri, ihr Name ist die Umkehrung des Namens ihrer Mutter Iris, besitzt nicht nur dasselbe musikalische Talent wie diese, sondern sie ist absolut identisch mit ihr. Aber Iris ist das Original, Siri nur die Kopie, eine Blaupause des Originals, „Blueprint“. Mit zunehmendem Alter wird sich Siri dieser Problematik immer deutlicher bewusst; sie gerät in eine Identitätskrise, weil sie nicht mehr weiß, wo hört die Identität ihrer Mutter in ihr auf, wo fängt ihre eigene an? Besitzt sie überhaupt eine eigene Identität? Diese Fragen werden zu Zweifeln und lassen die anfänglich symbiotische Zweisamkeit von Mutter und Tochter, von Zwilling und Zwilling, im Verlauf der Adoleszenz schmerzhaft zerbrechen, da Siri ihr eigenes Leben leben, ihre eigene Persönlichkeit finden und entwickeln will. Sie sträubt sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen ihre „Vorherbestimmtheit“, gegen ihre Abhängigkeit vom Klon-Original und sucht bewusst ihren eigenen Weg. Aber ganz kann sich Siri nicht von Iris lösen, denn selbst ihr Protest und Widerstand sind durch das Klon-Original determiniert. Erst durch den Tod ihrer Mutter gelingt Siri die „Abnabelung“, indem sie ihre Lebensgeschichte aufschreibt und sich schreibend über sich selbst klar wird.


3 Zur Personenkonstellation und Problementwicklung

Im Zentrum des Adoleszenzromans von Charlotte Kerner stehen Iris Sellin und ihre Tochter Siri. Die Mutter ist eine bekannte Pianistin und Komponistin, der in ihrem dreißigsten Lebensjahr die vernichtende medizinische Diagnose gestellt wird, dass sie an MS leidet. Dadurch ist ihre Lebensplanung über den Haufen geworfen, denn sie muss davon ausgehen, dass die Krankheit in wenigen Jahren ihre Karriere beenden wird. Ihre Karriere aber, ihr Klavierspielen, ihre Konzerte und das Komponieren, waren in ihrem bisherigen Leben das Allerwichtigste. Plötzlich ist das alles in Frage gestellt, denn sie hat niemanden, dem sie ihre Fähigkeiten vererben kann.

Durch Zufall stößt sie auf einen Zeitungsartikel über Professor Mortimer G. Fisher aus Montreal, der „den so lange gesuchten zentralen Entwicklungsschalter in den Genen entdeckt [hat] und [...] ihn nun ganz gezielt ´anschalten`“ konnte (S. 13). Sie lässt sich von ihm klonen und trägt eine gesunde Tochter aus, die eine Kopie ihrer selbst ist, ihr eineiiger Zwilling, den sie daher in Umkehrung ihres eigenen Namens „Siri“ nennt. Dieser Vorgang bekommt von ihr die Bezeichnung „Klonopoly“ – in Anlehnung an das bekannte Spiel „Monopoly“.

Siri wächst unter allerbesten Bedingungen auf. Die zahlreichen Konzerte bedingen zwar eine häufige Abwesenheit ihrer Mutter, aber durch eine ideale Kinderfrau, die zugleich Klavierlehrerin ist und sie neben der Mutter in das Klavierspielen einführt, und ihren Sohn, der für Siri wie ein Bruder ist, wächst sie behütet auf und wird zielgerichtet auf ihre eigene Karriere als Pianistin vorbereitet. Ihre Beziehung zu ihrem „Mutterzwilling“ ist außergewöhnlich eng. Ausdruck dessen sind die verschiedenen Bezeichnung, die Iris und Siri für ihre „Bindung“ finden: „Mutter-Schwester“ (S. 40), „Duich“ und „Ichdu“ (S. 64), „Zwillingsschwester“ (S. 69), „Muzwi“ (Mutterzwilling, S. 71) usw..

Aber schon frühzeitig entsteht in dieser Symbiose ein Moment der Verunsicherung und des Erschreckens, denn die fünfjährige Siri muss mit anhören, dass ihre Großmutter Katharina sie als „Monster“ bezeichnet, und erleben, dass diese sie mit „feindseligen“ Augen anfunkelt (S. 54). Die Großmutter hat das Klonen ihrer Tochter-Enkelin strickt abgelehnt: „Dieser verdammte Klon entwertet alles, was mir wichtig gewesen ist, mein ganzes Leben, und das ist allein dein Werk“, wirft sie ihrer Tochter vor.

Deshalb werde ich Siri niemals lieben können und manchmal hasse ich sogar dich, dass du mir das angetan hast.[...] Du hast nicht nur an meiner Stelle Karriere gemacht, nun zerstörst du auch noch meine Erinnerung an die kleine Iris, die mir ganz allein gehört hat, nur mir. (S. 55)

Als am nächsten Tag Siri ihre Mutter nach der Bedeutung des Wortes „Monster“ fragt und eine „Lüge“ als Antwort erhält, zerbricht etwas in ihr:

Gute Feen und Zauberinnen lügen nicht, das hat mir Dada [die Kinderfrau - GL] erzählt. Und weil ich ganz sicher bin, dass Oma mich ein Monster genannt hat, hast du dich selbst entzaubert. (S. 56f.)

Das ist das unumstößliche Fazit, das Siri aus dieser Auseinandersetzung für sich zieht.

Mit dreizehn Jahren beginnt der Ablösungsprozess immer deutlichere Formen anzunehmen, nämlich als Siri eines Morgens im Spiegel des Badezimmers nicht mehr sich selbst, sondern nur noch ihre Mutter in dem Spiegelbild erkennen kann. „Meine Seele krankte an Iris und suchte Siri“ (S. 86) - so lautet ihre verzweifelte Feststellung.

Mit vierzehn beginnt sie, bewusst in die Rolle ihrer Mutter zu schlüpfen, als sie z.B. ihre Großmutter im Krankenhaus besucht und sich dabei als ihre Mutter ausgibt, ohne dass die Großmutter den Betrug merkt. In der Beziehung zu Kristian, dem Freund der Mutter, wird sie zur Rivalin; sie versucht auch ihn zu täuschen und ihn heimlich zu verführen. Missgunst, Neid und Eifersucht entstehen zwischen Mutter und Tochter:

Aber dass Zwillinge in einem ewigen Kampf miteinander stehen, ist schließlich altes Menschheitswissen. Sie verkörpern Licht und Finsternis, sie sind Symbole für das Gute und Böse. (S. 95)

Ihre bunten Kleider, die Iris nicht ausstehen kann, werden in der Folge für Siri zur „Kriegsbemalung“ im Kampf gegen ihre Mutter.

Zum Schlüsselerlebnis für die Zerstörung ihrer symbiotischen Beziehung wird das erste große Konzert, das Siri als Sechzehnjährige wie eine Marionette, die an den DNS-Fäden der Mutter hängt, und als „Monster“ erlebt und in dem sie jämmerlich versagt. Als dann die Mutter - auf Drängen des Publikums - selbst in die Tasten greift, zerstört sie mit diesem Auftritt das Selbstbild ihrer Tochter. Siri kommentiert das Ereignis mit Worten voller Verzweiflung:

Selbst eine noch so perfekte Kopie ist nichts wert und überstrahlt nie das Original.[...] Klein und elend und von dir verraten fühlte ich mich: Lebenszweck verfehlt, nichtsnutzige Missbrut! Klon kaputt! (S. 117)

Als sie kurze Zeit später auf Drängen der Mutter deren neueste Komposition „Terra Lonhdana“ vorspielen will, wird der soeben beschriebene psychische Zusammenbruch auch körperlich sichtbar; Siri kann plötzlich nicht mehr spielen, da „ihre Hände verschwunden“ sind. „Meine Hände hatten sich als Erste davongemacht; sie waren einfach davongeflogen.“ (S. 124) Die Befürchtung, dass auch bei ihr die MS-Krankheit ausgebrochen ist, bestätigt sich nicht; ihre Ausfallerscheinungen werden mit Überanstrengung, extremen Angstzuständen und innerer Anspannungen vordergründig medizinisch erklärt. In Wahrheit aber ist der „Verlust der Hände“ ein äußerliches Zeichen für den inneren Ablösungsprozess Siris, der durch ein Gefühl großer Erleichterung begleitet wird: „Ich fühlte mich so leicht ohne meine Hände.“ (S. 124)

Siri verlässt ihre Heimatstadt Lübeck und geht nach Hamburg, wo sie bei ihrem „Bruder“ Janeck wohnt. Dieser Schritt versinnbildlicht nach außen hin das Durchtrennen der überaus engen Beziehungsfäden zu ihrer Mutter; ihr nachgeholter „Geburtsschrei“ (S. 125), den sie nach dem Zusammenbruch am Klavier von sich gibt, symbolisiert akustisch die Abnabelung und damit den Beginn der personalen Individualität; die Tränen, die sie beim Verlassen Lübecks vergießt, sind äußere Zeichen des Abschieds von der Kindheit und den Kindheitsträumen und zugleich Zeichen des Übergangs in den Status des Erwachsenen.

In Hamburg wird dieser neue Status von Siri durch zahlreiche Maßnahmen auch äußerlich sichtbar gemacht: Sie streicht ihr Zimmer schwarz und blau, alle Möbel eingeschlossen, denn Iris konnte immer nur weiße Wände ertragen. Ihr Haar lässt sie „raspelkurz“ schneiden und färbt sie pechschwarz mit einer feuerroten Strähne darin; durch Kontaktlinsen verändert sie ihre Augenfarbe. Und vor dem Spiegel übt sie neue Gesten, Bewegungen, einen neuen Gang, ein anderes Lachen und legt das Sellin´sche Nasenkräuseln ab. Den Mund schminkt sie schwarzrot, ihre Kleidung ist knallbunt und noch schriller als früher: „Alles sollte anders werden.“ (S. 126)

Trotz all dieser Maßnahmen gelingt der Abnabelungsprozess nicht sofort und problemlos, denn es bleibt die Sehnsucht nach ihrem „Mutterzwilling“. „Mit dem freien Willen ist es nämlich so eine Sache. Auch er kann nicht alles und besonders in der Nacht verlieren wir die Gewalt über ihn.“ (S. 127) Alles Vergangene wird in den Träumen virulent und so in die Gegenwart transponiert. Die Sehnsucht nach Iris ist groß, und oft muss Janeck Siri trösten. Aber Siri will nicht nachgeben; Iris soll dieses Mal ihr folgen und nicht umgekehrt. Dieser Zweikampf findet seinen Höhepunkt in dem von Iris initiierten Wiedersehen in Hamburg (S. 128-132). Er endet mit Siris Selbstbehauptung: „Ich höre nur noch auf mich.“ (S. 130), aber es ist kein Sieg, kein Triumph, denn Siri fühlt sich, nachdem Iris ihre Wohnung verlassen hat, nur noch elend. Die innere Trennung ist auch mit dieser Auseinandersetzung noch nicht abgeschlossen, denn in Siris Tagträumen taucht Iris immer wieder auf. Und als Iris immer kränker wird, zwingt Siri das Mitleid zu ihr zurück: Sie begleitet ihre Mutter auf ihrem Wege zum Tod. Neurotische Depressionen sind die Folgen, unter denen sie leiden muss und die erst mit dem Tod der Mutter enden. Iris stirbt im Monat Juni, als das Sternbild von Kastor und Pollux am Himmel auftaucht: das Sternbild der Zwillinge. Und ein Alptraum, den beide kurz vor Iris´ Tod in derselben Nacht träumen, beendet ihre symbiotische Beziehung endgültig. Siri vergießt beim Tod ihrer Mutter Tränen der Trauer und Furcht, nun allein leben zu müssen, und Tränen der Erleichterung und Freude, endlich allein leben zu dürfen:

Fast zweiundzwanzig Jahre nach meiner Geburt, an einem Juni-Sommertag, konnte ich zum ersten Mal ich sagen, ohne zu lügen. Ich war zu einem Ich geworden, einzig und zum ersten Mal ungeteilt, endlich ein Individuum. (S. 155)

Es ist Siris zweite Geburt: „Mein Anfang war dein Ende, dein Ende ist mein Anfang.“ (S. 157).

Beim Begräbnis spielt Siri für Iris eine Improvisation, und während des Spiels vergisst sie alles um sich herum. Ihr Spiel schlägt die Zuhörer so sehr in den Bann, wie sie es sich immer erträumt hatte. „Du musstest erst sterben, Iris, damit ich den Applaus zu hören bekam, der mir zustand und der nur mir alleine galt.“ (S. 157)

Die endgültige Bewältigung des Ablösungsprozesses erfolgt in einem blutigen Tagtraum, als Siri mit einer Schere ihr blaues Kleid zerstört und sich selbst gleichzeitig verletzt und so die DNS-Stränge zu Iris symbolisch durchtrennt. „Es geht mir gut, Dada [...], wirklich. Es ist überstanden“, sind ihre Worte (S. 162), als Daniela Hausmann, ihre Ziehmutter, sie blutend, aber zufrieden lächelnd am Boden liegend findet.

Nur zwei Dinge behält Siri aus dem Nachlass ihrer Mutter: eine weiße Marmorstatue der Doppelgöttin und Mr. Black, den Flügel. Auf beide wird später noch näher eingegangen. Die Tagebücher ihrer Mutter aber, ihr „Vermächtnis“ an sie, übergibt sie ungelesen einem Altpapierreißwolf; die Noten und Partituren usw. kommen in die Bibliothek der Musikhochschule. Das Leben als Musikerin von Iris Sellin und ihres Tochterzwillings ist damit abgeschlossen; Siri beginnt in ihrem dreiundzwanzigsten Lebensjahr ein Studium an der Kunsthochschule und damit ein völlig neues, selbstbestimmtes Leben.

Unsere Darstellung der Personenkonstellation hat gezeigt, dass Charlotte Kerners Jugendroman von den beiden Personen Iris und Siri Sellin vollständig beherrscht wird; alle anderen Personen sind mehr oder weniger Randfiguren, die nur sehr punktuell im Verlauf der Handlung an Bedeutung gewinnen.

Die Rolle der Großmutter ist oben schon näher beschrieben worden. Sie, die Siri hasst und als „Monster“ bezeichnet, gibt den ersten Anstoß zu Selbstzweifeln und Verunsicherungen.

Professor Mortimer G. Fisher spielt vor allem als Wissenschaftler eine Rolle, der das Klonen von Siri durchführt. Seine einmalige Sexualbeziehung zu Iris Sellin ist eher eine Randerscheinung und für die Handlung relativ bedeutungslos, möglicherweise aber nicht für Iris. Sie könnte diesen sexuellen Kontakt als eine nachgeholte natürliche Schwängerung „gewollt“ haben, wie auch ihre Tochter Siri den Professor zeitweilig als ihren „natürlichen Vater“ betrachtet, dessen länglich-schmalen Finger sie gern „geerbt“ hätte. Die spätere Begegnung zwischen Siri und dem Professor endet mit einem Fiasko. Siri kann ihm letztlich seine Rolle, die er bei ihrer Menschwerdung gespielt hat, nicht verzeihen. Die Begegnung mit Fishers Sohn in ihrer Kunst-Ausstellung, die am Ende des Jugendbuchs geschildert wird, ist für Siri eine Widerspiegelung alter Gefühle, und zwar ihrer eigenen und der ihrer Mutter, und damit letztlich ein Akt der Bewältigung auch dieses Teils ihres Lebens.

Die Kinderfrau Daniela Hausmann besitzt für Siri während ihrer Kindheit eine wichtige Rolle als Ziehmutter, die immer da ist, wenn sie gebraucht wird, aber für Siris Entwicklung ist sie eher unbedeutend. Ihr Sohn Janeck dagegen, den Siri als ihren „Bruder“ betrachtet, bekommt als Gegenpol zu Siris Mutter einen wichtigen Part zugewiesen. Er zeigt Siri die anderen Seiten des Lebens, die außerhalb der mütterlichen Sphäre liegen; mit ihm verbindet Siri das große Geheimnis der heimlichen Besuche im alten Gewölbe der gotischen St. Petri-Kirche, dem „allerbesten Wünscheort der Welt“ (S. 61). Hier kann Siri ihre Wünsche gedanklich ausleben und in Form von Wunschzetteln an einem Faden aufhängen; hier kann sie Erfahrungen sammeln, die ihr sonst verwehrt sind. Und später, immer wenn Siri verzweifelt einen Menschen braucht, ist ihr „Bruder“ zur Stelle, um sie zu trösten und wieder aufzurichten. Als ihr erster Konzertauftritt so erbärmlich misslingt, nimmt er sie in seine Arme und fährt mit ihr an die See, damit sie Abstand gewinnen kann; als sie sich endgültig von ihrer Mutter trennt, nimmt er sie in seiner Hamburger Wohnung auf; wenn es ihr schlecht geht oder sie schlecht geträumt hat, spendet er ihr Trost. Er schenkt ihr schließlich die Malutensilien, damit sie auf einem anderen künstlerischen Gebiet als der Musik tätig werden und so ihren eigenen Weg finden und sich selbst verwirklichen kann: „Die Malerei würde nur der Anfang sein. Siri hatte eine unbändige Lust, Neues auszuprobieren, neue Formen zu finden. Alles sollte anders werden, mutiger und radikaler.“ (S. 164)

Den zweiten Schluss ihrer Autobiographie, den sie im Monat Juni ihres 32. Lebensjahres – also zehn Jahre nach dem Tod ihrer Mutter – schreibt (S. 165-173), zeigt, dass ihr Selbstfindungsprozess erfolgreich verlaufen ist, dass Siri ihren eigenen Weg und ihre eigenen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten und damit ihre Identität gefunden hat. Ihr bedeutendstes Kunstwerk trägt den Titel Pollux Seul: Pollux, der Zwillingsbruder von Kastor, lebt „allein“, ist „einsam“, aber „einzig“. Die semantische Vieldeutigkeit des französischen „seul“ macht den Reiz dieses Titels aus.


4 Aufbau und Erzählkonstruktion

Blueprint ist ein Buch der Aufarbeitung. Siri Sellin versucht als 22-Jährige unmittelbar nach dem Tod ihrer Mutter über ihr bisheriges Leben nachzudenken und sich schreibend über sich selbst Klarheit zu verschaffen. Erst zu diesem Zeitpunkt ist sie in der Lage, ohne schlechtes Gewissen, ohne Hemmungen und Selbstzweifel „Ich“ zu sagen. Ihr Schreibversuch ist für sie der Weg, ihre Identität zu finden, nachdem sie sich im Verlaufe ihres bisherigen Lebens in einem langen schmerzhaften Prozess von ihrer Mutter nur schrittweise hat lösen können. Zehn Jahre nach dieser Niederschrift verfasst Siri für ihre Autobiographie einen zweiten Schluss, der deutlich macht, dass ihre Identitätssuche gelungen ist. Insofern kann man den Bericht Siris als einen erfolgreichen Versuch therapeutischen Schreibens ansehen.

Im Prolog ihres Berichts nennt Siri expressis verbis die Intention ihres Schreibens: „Ich will herausfinden, wer das ist, der hier am Konzertflügel sitzt“ (S. 9) und schreibt. Und gleich am Anfang gibt sie ihrem Bericht den Titel „Blueprint -Blaupause“ – ein Begriff aus der Technik, der eine Kopie bezeichnet, die ohne Umwege über ein Negativ gewonnen wird, indem man auf weißem Grund blaue Linien zeichnet. „Blueprint“ ist für Siri die Metapher für das Klonen, das sie zu einem menschlichen Wesen und zugleich zum Zwilling ihrer eigenen Mutter gemacht hat; „Blueprint“ ist für sie der Ausdruck für die Problematik ihres bisherigen Lebens.

Siri beginnt den Versuch ihrer Selbsterforschung vierzehn Tage nach dem Tode ihrer Mutter, also vermutlich noch im Juni ihres 22. Lebensjahres, und beendet ihn im Juli desselben Jahres; zehn Jahre später fügt sie ihrem Bericht den zweiten Schluss hinzu. Das ist die Kompositionsstruktur, die Makrostruktur des Buches.

Die Konstruktion des Buches ist aber noch komplizierter, als bisher gezeigt worden ist, denn es handelt sich bei dem Jugendbuch von Charlotte Kerner um einen Sciencefiction-Roman, d.h. hier wird von einem zukünftigen Geschehen erzählt, das gegenwärtig noch keine Realität ist. Die Erzählkonstruktion der Sf-Literatur wird von Suerbaum (1981, S. 15) folgendermaßen beschrieben: „In der Erzählgegenwart der Zukunft produziert ein Zukunftserzähler einen Text, der von einem Zukunftsleser rezipiert wird.“ Siri Sellin lebt von uns aus gesehen in der Zukunft. Sie schreibt in ihrem 22. Lebensjahr – unmittelbar nach dem Tode ihrer Mutter – ihre Lebensgeschichte auf, die von ihr aus gesehen in der Vergangenheit liegt. Für uns Leser von heute ist das die „Zukunftsvergangenheit“. Nach weiteren zehn Jahren verfasst sie einen zweiten Schluss für ihre Autobiographie, der also noch zehn Jahre weiter in die Zukunft hineinragt und in dem sie ihren Selbstfindungsprozess abschließend beurteilt. Diesem Bericht Siris fügt Charlotte Kerner in ihrem Jugendbuch noch einen Epilog an, den die Professorin Dr. Erika Knieper, Inhaberin des Lehrstuhls für Humangenetik an der ersten deutschen Frauenuniversität „Hildegard von Bingen“ in Hannover, verfasst hat. In diesem Epilog wird der Bericht Siri Sellins als ein Dokument dargestellt, das schon vor Jahren aufgezeichnet wurde und dessen singuläre Realität des Klonens zum Zeitpunkt der Erzählgegenwart des Epilogs längst gängige Praxis geworden ist. Damit bewegt sich der Leser in der Zukunft der Zukunft.

Das Spiel von Sf-Literatur mit der Zukunft wird aber in Bezug auf den Leser noch um eine Nuance komplizierter, denn Siris Bericht, den sie unmittelbar nach dem Tode ihrer Mutter schreibt, ihr zweiter Schluss, den sie zehn Jahre später verfasst, und der Epilog von Professorin Erika Knieper sind ja der Chronologie nach für Leser gedacht, die in dieser Zukunft leben; diese Texte werden aber von uns Lesern, die wir heute leben, rezipiert. In diesem Spiel mit der Zeit werden Intention und Funktion von Sf-Literatur erkennbar. Sf-Literatur erzählt also ein Geschehen aus der Zukunft für die Leser dieser Zukunft, meint aber uns, die Leser von heute. Die Darstellung einer zukünftigen Gesellschaft und ihrer Probleme ist im Sinne Brechts eine Form der Verfremdung, die uns Leser von heute zu einer kritischen Auseinandersetzung herausfordern will.

In dem Jugendbuch von Charlotte Kerner wird das Klonen von Menschen als gängige Praxis einer zukünftigen Gesellschaft dargestellt; nur so können die Konsequenzen dieser Praxis für den einzelnen Menschen uns Lesern von heute ganz drastisch vor Augen geführt werden. Charlotte Kerner bezeichnet ihr Jugendbuch als eine “Streitschrift“, da es zur Diskussion herausfordern soll, denn im Augenblick besitzen wir noch eine reelle Chance, das Klonen von Menschen aus ethischen Gründen zu verhindern.

Die einzelnen Kapitel des Jugendbuches - und damit rückt dessen konkreter Aufbau in den Blick - sind korrespondierend angeordnet. Den Rahmen bilden der Prolog „Blueprint“ und das Nachwort mit dem Titel „Pollux Seul“, das zehn Jahre nach dem Bericht geschrieben worden ist. Im Prolog erörtert und begründet Siri Sellin das Schreiben ihres Berichts, im Nachwort beschreibt sie das Ergebnis ihres Emanzipations- und Selbstfindungsprozesses. Beide Kapitel sind als Ich-Erzählung gestaltet, haben aber in erster Linie kommentierende, beurteilende Funktion, d.h. hier spricht das erzählende Ich, das erlebende Ich tritt dagegen weitgehend zurück. Lediglich noch eine kurze Szene wird in das Nachwort eingeschoben, da Siri als das erlebende Ich dem Sohn von Professor Mortimer begegnet und in dieser Begegnung ein letztes Element ihrer Vergangenheit aufarbeiten muss.

Dem 2. Kapitel „Doppelgöttin“ mit dem Untertitel „Das Jahr null“ korrespondiert das 7. Kapitel mit dem Untertitel „Das zweite Jahr null“; das 2. Kapitel erzählt von der Geburt Siris, das 7. von der „zweiten Geburt“, als Siri nach dem Tod ihrer Mutter endlich von ihrer Klon-Fessel befreit ist.

Die Kapitel 3 und 4 berichten von den Kindheitserfahrungen Siris: aus dem „Einklang“ wird das „Duett“; die Kapitel 5 und 6 korrespondieren auf ähnliche Weise, was in ihren Untertiteln „Jugend I“ und „Jugend II“ deutlich wird; in den Überschriften dieser Kapitel „Zwietracht“ und „Zweikampf“ zeigt sich aber der steigende Grad der Auseinandersetzung zwischen den „Mutterzwillingen“.

Das Ungewöhnlichste an dem Jugendbuch von Charlotte Kerner ist allerdings ihre Erzählweise, denn die Autorin lässt Siri Sellin ihren autobiographischen Bericht nicht konsequent in der Ich-Erzählsituation durcherzählen, wie es in Autobiographien normalerweise „üblich“ ist, sondern sie wechselt von Abschnitt zu Abschnitt die Erzählsituation. Wenn man an vergleichbare autobiographische Texte denkt, wie z.B. Jerome D. Salingers „Der Fänger im Roggen“, erfolgt das rückwendende Erzählen fast immer in der Ich-Form, wobei das erzählende und das erlebende Ich abwechselnd zu Wort kommen: mal wird stärker berichtend oder kommentierend erzählt, mal stärker szenisch, wobei die letztere Form immer überwiegt, wenn das Geschehen erlebnishaft gestaltet wird. Mit den verschiedenen Möglichkeiten autobiographischen Schreibens hat sich in jüngster Zeit Günter Waldmann in seinem Buch Autobiografisches als literarisches Schreiben (2000) differenziert auseinandergesetzt und ein sehr umfangreiches Kapitel den modernen literarischen Erzählformen autobiographischen Schreibens gewidmet. Ihm folge ich in meinen Ausführungen.

Charlotte Kerner wählt für ihr Jugendbuch nicht nur die Ich-Erzählsituation, sondern verwendet eine ganze Reihe verschiedener Erzählsituationen, die sich im Text fortlaufend abwechseln und überlagern und daher eine neue Art des Lesens erfordern. Gleich zu Anfang lässt daher die Autorin ihre Erzählfigur warnend sagen: „Also erwartet keine normale Biografie.“ (S. 11) Dieses Jugendbuch würde nach Waldmann (2000, S. 59) als eine „unkonventionell-literarische Autobiografie“ bezeichnet werden, die dadurch gekennzeichnet ist, dass der Autobiograph nicht mehr in der gewohnten, vertrauten Ich-Form von sich erzählt, sondern in der Er- bzw. Sie- oder in der Du-Form; und der Ich-Erzähler erscheint dem Leser mal als erinnertes, erzähltes bzw. erlebendes Ich und mal als erinnerndes bzw. erzählendes Ich.

Anfang und Schluss der Autobiographie Siris wie auch zahlreiche Binnenpassagen sind in der Ich-Form erzählt, wobei sowohl szenisch als auch berichtend erzählt wird; dabei herrschen allerdings Bericht und Kommentar vor. Diese Ich-Erzählsituation mit ihren beiden Erzählweisen ist für eine Autobiographie durchaus üblich; sie führt den Leser zum identifizierenden, aber auch zum reflektierenden Lesen. Die Ich-Erzählsituation bekommt bei Charlotte Kerner aber noch eine weitere Nuance, denn sie wird kapitelweise mit einer Du-Erzählsituation gekoppelt bzw. vermischt. Das „Ich“ verwendet Siri in diesen Passagen immer für sich selbst, sei es als erlebendes oder als erzählendes Ich; mit dem „Du“ hingegen spricht sie immer Iris, ihre Mutter, ihren Mutterzwilling, an. In dieser Ich-Du-Form laufen fiktive Gespräche zwischen Mutter und Tochter ab, Diskussionen, Auseinandersetzungen; andererseits enthalten die Du-Passagen auch Situationen, in denen sich Siri in ihre Mutter hineinfühlt. Als Klon ist dieses Sich-Einfühlen möglich, denn es ist ein Zeichen fast gelebter Identität von Mutter und Tochter. Die Ich-Du-Erzählsituationen sind folglich für diesen Roman ein besonders sinnvoll eingesetztes Mittel, um der überaus engen Beziehung von Siri und Iris erzählerisch Ausdruck zu verleihen.

Der Ich-Erzählsituation setzt Charlotte Kerner in Blueprint eine personale Erzählsituation (in der Er-/Sie-Form) gegenüber, die sich Abschnitt für Abschnitt mit der Ich-Form abwechselt. Das personale Erzählen gilt nach Stanzel (1989) als eine Erzählform, in der das szenische Erzählen vorherrscht und der Erzähler das Geschehen über eine Reflektorfigur dem Leser vermittelt. Im Bewusstsein der Reflektorfigur wird das Geschehen quasi gespiegelt; dadurch hat der Leser das Gefühl, er sei selbst auf dem Schauplatz anwesend und erlebe alles direkt mit. Der Erzähler tritt also hinter die Reflektorfigur zurück und wird daher vom Leser kaum bemerkt. Das Besondere der personalen Erzählsituation ist, dass der Erzähler die Gefühle und Gedanken der Reflektorfigur genau kennt und dem Leser durch inneren Monolog, erlebte Rede oder stream of consciousness mitteilen kann und dass er seinen Erzählerstandort und damit die Reflektorfigur wechseln kann. Dieses Erzählverfahren macht sich Charlotte Kerner in ihrem Jugendbuch zunutze, indem sie mal aus der Perspektive von Siri, Iris, Iris/Siri, Iris/Prof. Fisher, Siri/Janeck, Professor Fisher, Oma Katharina, der Kinderfrau Dana oder Kristian - dem Freund der Mutter – erzählt, am häufigsten natürlich aus der Perspektive von Iris und Siri, wobei sich das Schwergewicht im Verlaufe des Berichts von Iris auf Siri verschiebt, denn je bewusster Siri ihr Leben lebt, desto stärker fungiert sie als Reflektorfigur. Zudem ist ja auch sie die Verfasserin des Berichts. Hervorzuheben sind außerdem die Erzählabschnitte, in denen im Wechsel aus der Perspektive zweier Reflektorfiguren berichtet wird; dabei handelt es sich meistens um Siri und Iris. Auf diese Weise wird ihr symbiotisches Zusammenleben in den ersten Kapiteln und ihr Zweikampf in der zweiten Hälfte des Jugendbuchs auch erzähltechnisch deutlich gemacht.

Schließlich muss noch darauf aufmerksam gemacht werden, dass es in Charlotte Kerners Jugendbuch sowohl in den Ich- wie auch in den personalen Erzählsituationen Passagen gibt, die man entsprechend der Stanzel´schen Theorie als auktoriale Erzählsituationen bezeichnen muss. Bei Stanzel wird das auktoriale Erzählen schwerpunktmäßig mit den Personalpronomen Er/Sie verknüpft und nur in seinem Typenkreis wird deutlich, dass es auch eine auktoriale Ich-Erzählsituation geben kann, nämlich z.B. in einer Autobiographie. In Charlotte Kerners Jugendroman wird des Öfteren das auktoriale Ich- bzw. das auktoriale Er-/Sie-Erzählen verwendet, wenn es darum geht, Zusammenhänge oder Ereignisse zu erläutern, zu bewerten oder zu kommentieren. In diesen Fällen muss Distanz zum Erzählgegenstand geschaffen werden, was allein über eine auktoriale Erzählposition möglich ist.

Mit den hier beschriebenen wechselnden Erzählsituationen verknüpft ist der wechselnde Tempusgebrauch. Normalerweise wird eine Autobiographie, da sie die Vergangenheit des Ich-Erzählers/der Ich-Erzählerin aufarbeitet, in den verschiedenen Vergangenheitstempora geschrieben. In Blueprint spielt aber auch das Präsens eine wichtige Rolle.Vor allem in den auktorialen Passagen wird es häufig verwendet, wenn es um allgemeingültige Aussagen geht. Überraschenderweise tauchen aber auch in den Ich-Du-Erzählabschnitten des Öfteren präsentische Formulierungen oder ganze Passagen im Präsens auf. In ihnen geht es meist um die Darstellung von Gefühlen oder Einsichten, die zwar Iris zugewiesen sind, die aber von Siri symbiotisch empfunden werden. Andererseits werden Gefühle oder Einsichten, die Siri während des Schreibvorgangs empfindet, im Präsens ausgedrückt. Und schließlich werden auch die zahlreichen Träume, die Siri nachts oder als Tagtraum heimsuchen, im Präsens erzählt. Deren Zeitlosigkeit legt diesen Tempusgebrauch nahe.

Zusammenfassend können wir also feststellen, dass Blueprint auf recht komplizierte Art erzählt wird. Der Leser muss sich erst auf dieses ungewöhnliche Spiel wechselnder Erzählsituationen und Tempora einlassen. Nach Waldmanns Beschreibung gehört daher dieses Jugendbuch zu den „unkonventionell geschriebenen Autobiografien“, da es sich auf Grund seiner Erzählstruktur von den üblichen Autobiografien unterscheidet; seine Fiktionalisierung macht das Lesen schwierig, da dem Lesenden „eine aktive literarische Rolle als Koproduzent des literarischen Textes zufällt.“ (Waldmann 2000, S. 58)


5 Symbolik und Verdichtung

Die für ein Jugendbuch ungewöhnliche Art des Erzählens, die Charlotte Kerner für Blueprint gewählt hat, erfährt ihre Ergänzung im Symbolgebrauch, der das Erzählte verdichtet und die Bedeutungsintensität erhöht. Die Beziehung zwischen Iris und Siri als Klon, als Mutterzwilling, als Duich und Ichdu wird von Charlotte Kerner durch mythologische Anspielungen und Kultureme verdichtet. In den Mythen verschiedener Völker gibt es für eine symbiotische Beziehung, wie sie Iris und Siri erleben, Bilder und Geschichten, die im Jugendbuch von Charlotte Kerner zur Deutung herangezogen werden.

Von Thomas Weber, ihrem Agenten, bekommt Iris bei ihrer Rückkehr aus Kanada, nachdem sie sich hat klonen lassen, die Nachbildung einer Göttinnenstatue, „eine kleine Mamorfigur, die griechische Inselbewohner vor mehr als 3000 Jahren geschaffen“ (S. 29) haben. Aus dem Kopf der Göttin – sie hat ihre Arme unter der Brust verschränkt – ragt eine zweite kleinere, aber identische Figur hervor: Mutter und Tochter, eine Doppelgöttin, eine Kopfgeburt. Die griechische Göttin Athene ist ebenfalls eine derartige Kopfgeburt, da sie dem Haupte ihres Vaters Zeus entsprang. In den Mythen der Völker macht die Kopfgeburt die so Geborene zu einem außergewöhnlichen Wesen.

Die Statue ist für Iris das schönste Geschenk, das ihr Thomas Weber jemals gemacht hat; für Siri dagegen fühlt sich die Statue bisweilen hart und kalt an, wie sie ihre Mutter bisweilen empfindet. Für beide, für Mutter und Tochter, aber ist diese Statue ein Symbol für ihre überaus enge Bindung. Aus diesem Grunde nimmt Siri sie auch nach dem Tode ihrer Mutter zusammen mit dem Flügel „Mister Black“ als einziges von der „Zwillingsinsel“ mit in ihr neues Leben.

Das Wort „Zwilling“ verwenden Iris und Siri von Anfang an als Begriff für ihre Klon-Beziehung. Zwillinge sind in den alten Mythen etwas Außergewöhnliches. Der Zwillingsvater ist entweder ein Gott oder ein Dämon, die Zwillingsmutter dagegen häufig ein untreues oder besessenes Weib oder eine Wahrsagerin. Die Geburt von Zwillingen wurde daher immer als ein übernatürliches Zeichen gedeutet, wobei dieses Zeichen aber beides bedeuten konnte: Glück oder Unglück.

Aus der lateinischen Mythologie stammen die Zwillinge Kastor und Pollux, im Griechischen heißen sie Kastor und Polydeukes, die sogenannten Dioskuren. In Blueprint werden ihre Namen immer wieder beschworen, um die Beziehung von Iris und Siri zu versinnbildlichen. Iris wünscht sich kurz vor ihrem Tode nichts sehnlicher, als im Juni zu sterben, dem Monat des Sternbilds der Zwillinge, dem sich Mutter und Tochter ihr Leben lang besonders verbunden fühlten.

In Erinnerung daran tauft Siri, wie sie im zweiten Schluss ihrer Autobiographie erzählt, ihr wichtigstes Kunstwerk Pollux Seul, und sie erklärt diesen Titel mit dem Mythos von Kastor und Pollux, dem Zwillingspaar von Zeus und Leda, die der Sage nach aus einem Schwanenei geschlüpft sind, da sich Zeus Leda als Schwan näherte. Kastor ist sterblich, Pollux unsterblich. Als Kastor im Kampf stirbt, kommt er in den Hades; sein Zwillingsbruder aber will sich nicht von ihm trennen, deswegen teilt er seine Unsterblichkeit mit dem Bruder, so dass sie fortan jeweils einen Tag in der Unterwelt und einen Tag auf dem Olymp zusammen verbringen. Im Sternbild der Zwillinge sind sie am Himmel für immer vereint. Siri aber nennt ihr Kunstwerk Pollux Seul und begründet das so: „Ich aber lasse Pollux am Himmel allein. Mein Kastor folgt ihm nicht, er bleibt lieber im Hades und lebt dort allein. Auch ich lebe weiter.“ (S. 173) Für Siri hat sich die Verbindung zu ihrem Mutterzwilling durch deren Tod endgültig gelöst. Sie will allein leben und sie selbst sein, deswegen wählte sie diesen Titel für ihr Kunstwerk.

Als weiteres Symbol für die zwillingshafte Beziehung zwischen Iris und Siri wählt Charlotte Kerner den Gingko-Baum, den Iris am neunten Geburtstag Siris im Garten pflanzt. Wegen seiner herzförmigen Blätter ist er ein uraltes Zwillingssymbol, der ihnen Glück und Gesundheit bringen soll (S. 78).

Aus demselben Grund werden die afrikanischen Namen Kehinde und Taiwo (S. 35. 66, 111, 125, 132 und 150) für Iris und Siri zum Symbol ihrer Zwillingsexistenz. Der Erstgeborene der Zwillinge trägt den namen Taiwo, der Zweitgeborene heißt Kehinde; sein Name bedeutet: „Hinter einer Person herkommen“ (S. 35). Im Roman werden diese Namen anfangs verwendet, um Nähe und Vertrautheit auszudrücken, später, um den beginnenden Ablösungsprozess sprachlich zu verdeutlichen: „Und Kehinde folgte Taiwo zum ersten Mal nicht“ (S. 66) und später: „Kehinde wollte Taiwo nicht länger folgen“ (S. 125). Und kurz vor ihrem Tode schreit Iris nach Taiwo und Kehinde (S. 150), um durch ihre Beschwörung die symbiotische Beziehung zwischen ihr und Siri wieder auferstehen zu lassen.

Als ein anderes Spiegelbild ihrer Zwillingsexistenz dienen Siri in einem Traum (S. 134) die siamesischen Zwillinge Chang und Eng, die 1811 in Siam, dem heutigen Thailand, geboren wurden; sie waren vom Brustbein bis zum Nabel zusammengewachsen. Als Zirkussensation wurden sie berühmt, heirateten jeder eine Frau und zeugten mehrere Kinder. Als Chang starb, folgte ihm sein Bruder wenige Wochen später in den Tod nach, denn der eine konnte ohne den anderen nicht leben. Die siamesischen Zwillinge sind für Siri ein Schreckbild, denn sie sieht in ihrem Alptraum sich und ihre Mutter in einer Monsterschau, wo sie den Gaffern und Neugierigen als sensationelles Klon-Paar vorgeführt werden.

Im Kapitel „Das zweite Jahr Null“ wird schließlich die Figur des Johannes für Siri zum wichtigsten symbolischen Gegenüber. Sie hat in einem Buch einen Kupferstich von ihm gefunden und ihn in einem alten Holzrahmen an die Wand ihres Zimmers gehängt. Johannes ist der ungleiche Zwilling des Lazarus Coloredo; beide lebten im 17. Jahrhundert in Genua. Lazarus, der normal groß gewachsen war, trug seinen Zwilling Johannes auf seiner Brust, einen Parasiten, der nicht selber aß, sondern sich über seinen gesunden Zwillingsbruder ernährte. Die Fachleute nennen den Lazarus einen Autosit, da er für seine Existenz den anderen nicht braucht, während Johannes nur ein geduldeter Schmarotzer ist. Siri sieht sich in der Rolle des Johannes; ihr Leben hängt an dem von Iris, und sie kommt nicht von ihr los. Als sie von Iris´ Sterbebett nach Hamburg zurückkehrt, ist Johannes ihr Gesprächspartner, um zu klären, wie sich ein Zwilling auf den Tod des anderen vorbereitet und was dieser Tod für ihn bedeutet (S. 148-150). In dem Alptraum, den Siri kurz vor dem Tod von Iris hat und der oben schon beschrieben worden ist, hockt ihr der Parasit Johannes auf der Brust und lässt sich nur unter größten Schmerzen ablösen, wobei Siri ungeheure Angst verspürt, selbst zu verbluten. Ihr Schreien ruft Janeck herbei, der sie tröstet und beruhigt und am nächsten Tag den Johannes von der Wand nehmen und zerreißen darf. Das ist das Zeichen dafür, das sich Siri von Iris gelöst hat, die nun sterben kann, ohne dass Siri ebenfalls zugrunde geht. Ihre Skulptur Pollux Seul, die sie zehn Jahre später schafft, ist das Symbol für diesen geglückten Ablösungsprozess.

Zwei Dinge mit symbolischem Wert hat Siri nach dem Tode ihrer Mutter „von der schon längst versunkenen Zwillingsinsel“ in ihr neues Leben mitgenommen: die Marmorstatue der Doppelgöttin und den schwarzen Flügel, den sie Mister Black nennt. Er war ihr Leben lang ihr Schutzpatron, denn unter diesem schwarzen Flügel konnte sie sich in allen Fällen seelischer Not flüchten und hier Trost finden. Sie bezeichnet Mister Back deswegen als ihren „Ibeji“; so nennen die afrikanischen Yoruba eine kleine Figur, die ein Holzschnitzer nach dem Tod eines Zwillings anfertigt. In dieser geschnitzten Figur ruht – nach dem Glauben der Yoruba - die Seele des Verstorbenen, sie begleitet den Lebenden in seine neue Existenz, „damit er kein halber Mensch bleibt. Die Afrikaner glauben, dass die Seele von Zwillingen unteilbar ist, auch über den Tod hinaus.“ (S. 164) Mit diesem Symbol der Verbundenheit lässt Siri ihre Autobiographie im Juli des Todesjahres ihrer Mutter enden. Zehn Jahre später steht im Zentrum ihres Nachtrags ein anderes Symbol: ihre Skulptur Pollux Seul – das Symbol für ihre gelungene Ich-Findung.


6 Nachbemerkung

Wie mir Charlotte Kerner am 19. Juni 2001 brieflich mitteilte, wird „Blueprint“ unter der Regie von Rolf Schübel verfilmt. Der Kinostart soll im Herbst 2002 sein. Außerdem ist Charlotte Kerner mit einem „renommierten Theatermann“ im Gespräch, der Interesse hat, „Blueprint“ für das Theater aufzubereiten. Nach Fertigstellung des Manuskripts ist bei Beltz & Gelberg ein Lehrerbegleitheft zu „Blueprint“ von Martin Gerling erschienen.


Literaturverzeichnis

Primärliteratur

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Kerner Charlotte: Geboren 1999. Eine Zukunftsgeschichte. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg 1989. (Taschenbuchausgabe: Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg 1995 - Gulliver Taschenbuch 737 mit überarbeitetem Nachwort der Autorin und Glossar).

Sekundärliteratur

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Ewers, Hans-Heino: Adoleszenzroman und Jugendliteratur – einige grundlegende Überlegungen in geschichtlicher Perspektive. In: Mitteilungen des Instituts für Jugendbuchforschung 1991, H. 1, S. 6-11. Gerling, Martin: Ego-Klon-Trip: Ein Buch zum Streiten.

Charlotte Kerner: Blueprint.Blaupause. In: Praxis Deutsch 2000, H. 162, S. 62-65. Gerling, Martin: Arbeitsheft Gulliver Taschenbücher machen Schule: Charlotte Kerner „Blueprint.Blaupause“ (Gulliver Taschenbuch 853). Thematik: Die Mitverantwortung des Einzelnen in der gegenwärtigen wissenschaftlich- technischen Lebenswelt. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg 2001.

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Lange, Günter: Erwachsen werden. Jugendliterarische Adoleszenzromane im Deutschunterricht. Grundlagen – Didaktik – Unterrichtsmodelle. Baltmannsweiler: Schneider 2000 (Unterrichtsmodell zu „Geboren 1999“, S. 94-133) (= Deutschdidaktik aktuell; Bd. 6).

Lange, Günter: Charlotte Kerner. In: Franz, Kurt/Lange, Günter/Payrhuber, Franz- Josef (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur – Ein Lexikon. Meitingen: Corian 1995ff. (12. Erg.-Lfg. 2001, S. 1-29).

Lange, Günter: Charlotte Kerner Blueprint.Blaupause. Ein jugendliterarischer Adoleszenzroman in der Sciencefiction-Welt. In: Cromme, Gabriele/Lange, Günter (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur. Lesen – Verstehen – Vermitteln. Festschrift für Wilhelm Steffens. Baltmannsweiler: Schneider 2001, S. 279-295

Mainka, Iris: Ein Volltreffer. Die Geschichte eines geklonten Mädchens. In: DIE ZEIT vom 15.7.1999. Schmitz, Christoph: Sinnfrage contra Mythenbildung. Zur Bedeutung und Qualität des literarischen Sachbuchs in der Nachfolge von „Sofies Welt“. In: JULIT 1999, H. 2, S. 30-39.

Stanzel, Franz K.: Theorie des Erzählens. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 4. Aufl. 1989.

Suerbaum, Ulrich/Broich, Ulrich/Borgmeier, Raimund: Science Fiction. Theorie und Geschichte, Themen und Typen, Form und Weltbild. Stuttgart: Reclam 1981.

Waldmann, Günter: Autobiografisches als literarisches Schreiben. Kritische Theorie, moderne Erzählformen und -modelle, literarische Möglichkeiten eigenen autobiografischen Schreibens. Baltmannsweiler: Schneider 2000.

Wenke, Gabriele: Das erste geklonte Kind. Zwischen Sachbuch und Roman. In: Eselsohr 1999, H. 5, S. 16.

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